Ulrich Petzold: Bad Schmiedebergs Modell der Bürgerarbeit nun bundesweit präsent
Ulrich Petzold: Bad Schmiedebergs Modell der Bürgerarbeit nun bundesweit präsent
Berlin. Das von Wirtschaftsminister Dr. Haseloff entwickelte Projekt der Bürgerarbeit startet ab 15. Juli 2010 nun als ostdeutsches Exportgut in allen 16. Bundesländern. „Dies ist ein Erfolgsmodell, made in Sachsen-Anhalt,“ teilt der Wittenberger CDU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Petzold mit. 197 Job-Center werden sich bundesweit beteiligen und sollen so 160 000 Langzeitarbeitslose durch das erfolgreiche Modell der „Bürgerarbeit“ integriert und vermittelt werden.
Nach dem Laborversuch in der Lebenshilfe Werk Magdeburg gemeinnützige GmbH wurde das Projekt in den Orten Bad Schmiedeberg, Barleben, Gerbstedt, Kelbra und Hecklingen etabliert. Aktuell sind hier insgesamt rund 430 Personen in gemeinnützigen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen tätig. Durch den ganzheitlichen Ansatz einer konsequenten Aktivierung des gesamten Arbeitslosenbestandes ist es gelungen, die Arbeitslosigkeit an allen Standorten nachhaltig um 50 bis 65 Prozent zu reduzieren, ohne den Ersten Arbeitsmarkt zu beeinträchtigen.
Mit der Bürgerarbeit finanzieren wir Arbeit statt Arbeitslosigkeit, erklärt Ulrich Petzold nicht ohne Stolz und zeigt sich erfreut, dass die Erfahrungen in Sachsen-Anhalt nun bundesweit „Ertrag bringen“. Nach den jüngsten Erfahrungen der Pilotprojekte wurde das Modell erweitert, sodass sich einer ersten 6-monatigen Aktivierungsphase eine zweite 3-jährige Phase der eigentlichen Bürgerarbeit anschließen. Ziel ist es, bereits durch Leistungseinschätzung in der ersten Phase eine Vermittlung zu realisieren. „Die gelungenste Vermittlung ist, wenn es nicht zur zweiten Phase kommt“, meint Ulrich Petzold. Die Erfahrungen zeigen, dass bereits in Phase 1 bis zu 25 Prozent in den Arbeitsmarkt gebracht werden können, in Phase zwei dann erneut 10 Prozent der in Bürgerarbeit tätigen.
„Der enorme Vermittlungserfolg ist der konzentrierten und vor allem systematischen Herangehensweise geschuldet,“ weiß Ulrich Petzold, der die Form der Entgeltzahlung lobt. „Nur so kann das Gefühl ‚gebraucht zu werden‘ ehrlich erzielt werden.“ Dazu trägt auch bei, dass es zu einem tatsächlichen Arbeitsvertragsverhältnis zwischen Arbeitssuchenden und Arbeitgeber in der Bürgerarbeit kommt. Die Bürgerarbeit stellt auf eine 30-Stunden-Woche ab, mit einem sozialversicherungspflichtigen Entgelt von 900,- EUR, zusätzlich werden 180,- EUR an Sozialversicherung gezahlt. Der Bürgerarbeiter wird von einem Coach betreut, der somit aktiv eine stetige Qualifizierung zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt begleitet. Um eine arbeitspolitische Verzerrung zu verhindern, wurde mit der IHK und Handwerkskammer, sowie dem Gewerkschaftsbund ein Katalog erarbeitet, der die Arbeitsbereiche, die durch Bürgerarbeit geleistet werden können, klar benennt. Diese liegen alle außerhalb des sog. Pflichtbereiches, bspw. im Naturschutz, Tourismus, und Ehrenamt. Das nun als Programm des Bundes aufgelegte Arbeitsprogramm wird mit 1,3 Mrd. EUR für dessen 4-jährige Laufzeit EUR unterstützt. 230.000 EUR stammen jährlich aus dem Bundesetat, 200.000 EUR aus dem Europäischen Sozialfonds.
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen präsentierte heute zusammen mit Arbeits- und wirtschaftsminister Dr. Haseloff auf der Bundespressekonferenz das bundesweite Modell der breiten Öffentlichkeit. Bundestagsabgeordneter Ulrich Petzold lobt das Engagement Reiner Haseloffs in der Entwicklung des Projekts, weil es dem Menschen „ernst zu nehmende Perspektiven gibt, die mehr sind als nur Passiv-Alimentierung.“
Mehr Informationen zur Bürgerarbeit erhalten Sie unter www.bmas.de


