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Kokainkonsum in Europa zerstört neben Menschen auch den Regenwald

Hohe Priorität für den Schutz des Regenwaldes in Kolumbien

Auf Einladung des Mitglieds im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages und CDU-Bundestagsabgeordneten Ulrich Petzold erläuterte die kolumbianische Botschafterin in Deutschland, Frau Dr. Victoriana Mejia-Marulanda, die Bemühungen Kolumbiens, den Regenwald ihres Landes als ein Naturerbe der Menschheit zu schützen. Das mehr als 1 Mio. km² große Kolumbien ist mit seinen großen Regenwaldgebieten eines der artenreichsten Länder der Welt. Allein 15 % aller Orchideen der Welt sind hier zu Hause und werden in 5 Biosphärenreservaten mit ca. 35 tausend Km² Fläche geschützt. Dieses Paradies wird jedoch seit Jahrzehnten von einem bewaffneten Konflikt zwischen Armee, Paramilitärs und Guerilla-Organisationen bedroht. Paramilitärs und Guerillas finanzieren sich neben Entführungen und Erpressungen insbesondere durch den Drogenhandel. So zwingen sie die arme Bevölkerung im Schutz der schwer zugänglichen Urwaldgebiete Plantagen des Kokastrauches anzulegen. Allein durch diese Plantagen wird die oft nur dünne Humusschicht in den Urwäldern so beschädigt, dass anschließend nur Steppe zurückbleibt und sich kein normaler Pflanzenwuchs wieder ausbilden kann. Noch verheerender ist die Aufarbeitung der Kokablätter zu Kokain, die ebenfalls in illegalen Fabriken im Schutz des Urwaldes erfolgt. Durch die eingesetzten Chemikalien werden der Pflanzenwuchs, aber auch die Gewässer nachhaltig zerstört. Man kann davon ausgehen, dass allein eine Prise des Kokains, das in den Industrieländern in großem Umfang ohne Bedenken konsumiert wird, ca. 10 m² Regenwald unwiederbringlich zerstört wird. Zwar kann Kolumbien nach den Worten von Frau Dr. Mejia-Marulanda in den letzten Jahren durch militärische, aber vor allem durch soziale Maßnahmen auf Erfolge in der Zurückdrängung der Guerilla verweisen, aber noch steigt der Konsum und damit die Nachfrage nach Kokain in Westeuropa stetig und hinterlässt viele zerstörte Menschen mit Folgen von sozialem und gesundheitlichem Abstieg und hoher Beschaffungskriminalität. Frau Dr. Mejia-Marulanda wies neben diesen Folgen aber auch darauf hin, dass Europa damit auch Verantwortung für die Zerstörung des Regenwaldes in ihrer Heimat übernimmt und forderte, dass auch andere europäische Länder so energisch gegen den Drogenkonsum vorgehen, wie Deutschland.

In Anbetracht der eindringlichen Schilderungen von Frau Botschafterin Mejia-Marulanda erklärte Ulrich Petzold, dass auch von Seiten des Umweltschutzes der Drogenkonsum nicht bagatellisiert werden darf und forderte die Beibehaltung eines klaren Kurses gegen eine Liberalisierung des Drogenhandels in Deutschland.

 

 

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