Take: Abstandsgebot zu regulärer Arbeit wahren
Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Brigitte Take, hat öffentliche und private Arbeitgeber im Land aufgefordert, reguläre Arbeitsverhältnisse nicht durch eine Aneinanderreihung von Praktika zu ersetzen. Die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegene Zahl von Praktikanten, die zugleich Arbeit suchend gemeldet sind, bezeichnete Take als „Besorgnis erregend“. „Wenn sich Praktikumsangebote wie gewöhnliche Stellenanzeigen lesen und Praktikanten für bis zu zwölf Monate beschäftigt werden, ist das Abstandsgebot zur regulären Anstellung objektiv nicht gewahrt. Wer dennoch gezielt Praktikanten mit vorhandenem berufsqualifizierendem Abschluss anwirbt, sollte in einem Bewerbergespräch vorab über die Perspektiven für eine Festanstellung nach dem Praktikum informieren. Anderenfalls gerät das Praktikum zur 'Warteschleife', in der die Praktikanten wertvolle Monate für die Jobsuche verlieren können“, sagte Take. Mit der allgemeinen Entwicklung am Arbeitsmarkt sei dieser Trend nur teilweise zu erklären. Praktikumsgeber sollten im Rahmen einer freiwilligen Selbstkontrolle darüber wachen, dass die angebotenen Praktika primär auf Lerneffekte abzielten und nicht auf eine konkrete, einer Festanstellung ähnliche Arbeitsleistung. Die öffentliche Hand müsse sowohl im Hinblick auf den spezifischen Charakter und die Qualität des Praktikums als auch bei der Einhaltung rechtlicher Bestimmungen zu Arbeitszeit und Urlaubsanspruch eine positive Vorbildrolle übernehmen, so Take. Neben der Gefahr, reguläre Arbeitsverhältnisse zu verdrängen, erkennt Take in der zunehmenden Zahl Arbeit suchender Praktikanten weitere Probleme: „Praktikanten zahlen keine oder nur geringe Beiträge zur Sozialversicherung. Ihre Unsicherheit über die persönliche Zukunft lässt sie immer häufiger die Familiengründung immer weiter hinausschieben - mit allen Konsequenzen für die demographische Entwicklung in Deutschland.“
