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Brumme: Ein Modell mit Zukunft

Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU Landtagsfraktion, Kurt Brumme, sieht in dem Modell der Gemeindeschwester in Sachsen-Anhalt eine viel versprechende Chance, auf dem Gebiet des Gesundheitspolitik dem demografischen Wandel und dem zunehmenden Problem des Ärztemangels zu begegnen. „Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass bestimmte delegierbare Tätigkeiten von den Gemeindeschwestern sehr gut erledigt werden können, ohne dass der Patient in überfüllten Wartezimmern warten muss. Gleichwohl ist dieses Thema nicht frei von Kritik. Hauptprobleme sind die Finanzierung, die Konkurrenz zum regulären Pflegedienst und haftungsrechtliche Bedenken. Derzeit werden für eine Arzthelferin im regulären Praxisbetrieb, welche der Arzt zu einem Hausbesuch schickt, 5,50 Euro bezahlt. Dieser Satz ist unabhängig davon, wie lange und mit welchen Verkehrsmitteln sie unterwegs ist. Das Pilotprojekt hat aber ergeben, dass die Kosten sich auf rund 25 Euro belaufen. Hier müssen wir Wege finden, diese Kosten entsprechend decken zu können. Kein Arzt kann eine Gemeindeschwester einsetzen, wenn er dabei draufzahlen muss“, sagte Brumme. Das Problem der Konkurrenz zum regulären Pflegedienst werde zu klären sein, wenn alle Ergebnisse des Pilotprojektes am Ende des Jahres 2008 bekannt sind. „Größere Bedenken habe ich beim Haftungsrecht. Hier müssen wir genau prüfen, welche Aufgaben die Tätigkeit der Gemeindeschwester umfasst und wie diese im Konflikt zu geltendem Recht stehen. Letztlich ist der Bund gefragt, entsprechende gesetzliche Regelung anzupassen, da dies Bundesrecht betrifft“, so der CDU-Gesundheitsexperte. Insgesamt sieht der gesundheitspolitische Sprecher diese Probleme aber nicht als Gründe an, das Modell abzulehnen. Die Gemeindeschwester sei „ein Modell mit Zukunft“. Zunehmend chronisch Kranke und Patienten mit einem immer höheren Lebensalter machten es notwendig, dass das bestehende System angepasst wird. „Wir müssen jetzt auf die Entwicklung reagieren, bevor es zu spät ist. Das Modellprojekt ist eine viel versprechende Variante, an der wir weiter intensiv arbeiten werden! Insgesamt wird es zukünftig notwendig sein, das mehr ‚aufsuchende’ Tätigkeit durch ärztliches Personal durchgeführt wird“, glaubt Brumme. Brumme verwies auch auf den sich verschärfenden Ärztenotstand. „Das Problem voller Wartezimmer entsteht durch die fehlende Ansiedlung junger Hausärzte. Wenn ein Drittel aller Hausärzte bereits jetzt über 60 Jahre alt sind, dann müssen wir nach Wegen suchen, Abhilfe zu verschaffen. Ohne die Gemeindeschwester in ihrer Bedeutung für den ländlichen Raum schwächen zu wollen, bekämpft sie doch eher die Symptome als die Ursachen.“ Hintergrund: Im Dezember 2007 ist das Modellprojekt „Mobile Praxisassistentin“ gestartet. Mit insgesamt acht Gemeindeschwestern werden ca. 600 Patienten in drei Regionen (Gardelegen und Umfeld, Regionen Hasselfelde-Stolberg-Harzgerode und Bördekreis-Oschersleben-Wanzleben) in Sachsen-Anhalt betreut. Getragen wird das Projekt von der AOK Sachsen-Anhalt, der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Gesundheitsministerium. (17. April 2008)

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