CDU-Senioren aus Köthen erfuhren viel Interessantes über das landwirtschaftliche Unternehmen Kees de Vries:
Wie kommt ein Holländer dazu, seine Heimat zu verlassen und sich ausgerechnet in der kleinen Gemeinde Deetz im Norden des Landkreises Anhalt-Bitterfeld eine Existenz aufzubauen? Kees de Vries hörte diese Frage in den zurückliegenden Jahren immer wieder. So auch, als kürzlich Mitglieder der Senioren-Union aus der Kreisstadt auf Einladung des landwirtschaftlichen Unternehmens hier weilten.
Dabei erfuhren sie, als sie im Jugendbauernhof empfangen und zu einem Frühstück geladen wurden, dass Deetz über die Grenzen unseres Landes hinaus bekannt ist. Gäste aus aller Herren Länder hatten sich bisher aus vier Kontinenten hier eingefunden. Verständlich, darauf ist man stolz.
Was Kees de Vries vorgetragen hatte, das erlebten die Senioren anschließend auf den Feldern und vor allem in den weitläufigen Ställen. "Nach der Wende hatten wir die uns in Deutschland gebotene Chance genutzt und zugepackt", erinnert sich der Bauer.
Mit "wir" meint der Landwirt neben sich selbst auch seine Frau Ella sowie seine beiden Brüder Gerard van Ginkel und Arnold de Vries. Einer der beiden hat sich inzwischen selbstständig gemacht. Natürlich gab es nach der Wende auch eine Reihe Missverständnisse zu klären und Vorbehalte abzubauen.
Doch das, was die Senioren zu sehen bekamen, war schon sehr überzeugend. Dafür stehen einige Zahlen aus Tier- und Pflanzenproduktion. Die aktuelle Milchleistung beträgt pro Kuh 8 000 Kilo. Aber damit gibt sich der Bauer nicht zufrieden. "Das wollen wir steigern", zeigt er sich optimistisch. Der Betriebsspiegel nennt weiterhin zweimal 270 Plätze im Liegeboxenlaufstall für Milchkühe, den Tretmiststall für 600 Jungrinder sowie eine Reihe Kälberhütten.
Gesprächsstoff gab es für die Besucher aus Köthen also genug. So erfuhren sie beispielsweise weiter, dass im Fischgrätenmelkstand mit zweimal zwölf Plätzen gearbeitet wird. Ähnlich beachtlich sind die Kennziffern der Pflanzenproduktion. Der Deetzer Betrieb ist ausgestattet mit 680 Hektar Ackerland und 300 Hektar Grünland. Angebaut werden zur Zeit unter anderem auf 165 Hektar Weizen, auf 100 Hektar Gerste, auf 160 Hektar Roggen und auf 130 Hektar Raps.
Trotz seiner hohen beruflichen Belastung ist Kees de Vries auch gesellschaftlich tätig. Er gehört dem Kreisvorstand der CDU und dem Kreistag des Kreises Anhalt-Bitterfeld sowie dem Kreis- und Landesvorstand des Bauernverbandes an.
Emil Fischer